Wissen ist die Wurzel jeder spirituellen Aktivität
Saṃvara [Teil 961]
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Weitere Einzelheiten zu SAMAVASARAṆA [32 von 33]
Detaillierte Beschreibung des SAMAVASARAṆA,[1] aus der SAMAVASARAṆASTAVANA [13 von 14]
Aus der obigen Beschreibung[2] geht klar hervor, dass samavasaraṇa ein Bauwerk ist, das von einem gewissen Indra und in dessen Abwesenheit von den Göttern, insbesondere den Vyantaras, errichtet wurde. Das Bauwerk ist für religiöse Reden eines Jina gedacht, unmittelbar nachdem er den Zustand eines Kevalin erreicht hat. Jeder Jina hatte somit sein eigenes samavasaraṇa; und wie alle anderen diesen Jinas heiligen Objekte, etwa Ashṭāpada, Sammeta, Śatruñjaya usw., ist auch samavasaraṇa mit Skulpturen verziert. Es gibt keinen einzigen bedeutenden Jaina-Tempel ohne eine Skulptur von samavasaraṇa. Abb. 1 zeigt die Skulptur im Tempel von Vimala Śā auf dem Berg Ābū, wie oben erwähnt.[3] Diese Skulptur befindet sich in einer Seitenkammer nahe der südwestlichen Ecke. Doch es gibt noch ein weiteres, größeres, aber schlichteres, im hāthi-śālā desselben Tempels. In der betreffenden Abbildung ist der dargestellte samavasaraṇa rund. Seine drei Wälle mit ihren Zinnen sind ohne Schwierigkeiten zu erkennen. Zwei Tore jedes Walls sind hier sichtbar, und an jedem Tor stehen zwei Türhüter, die jedoch zu undeutlich sind, um mit denen identifiziert zu werden, deren Einzelheiten oben beschrieben wurden. Auf dem untersten Wall, zwischen den Türhütern der beiden Tore, stehen ein Elefant und ein Pferd und zwischen diesen beiden ein Stufenbrunnen – zweifellos die vāhanas und vāpī, die gemäß Vers 18 in diesem Wall verbleiben sollen. Auf dem mittleren Wall sind die Tiryañchaḥ zu erkennen, d.h. die niederen Tiere wie Hirsche, Rehe usw., von denen eines zweifellos fabelhaft ist. Auf dem ersten, d.h. obersten Wall sind mehrere hockende Personen mit gefalteten Händen dargestellt, zweifellos die zwölf Gemeinden, die sich versammelt haben, um der Predigt zuzuhören. Es ist jedoch merkwürdig, dass alle von ihnen sitzend dargestellt sind und keine stehend, obwohl einige jedenfalls stehen sollten, wie uns die Verse 16 und 17 deutlich sagen. Auf diesem Wall sind ohne Zweifel die Löwenthrone mit einem davor gemeißelten dharmachakra oder Gesetzesrad zu erkennen, aber alle anderen Einzelheiten unterscheiden sich von den in den Werken angegebenen und sind genau die eines gewöhnlichen Chaumukh. So fallen devachchhaṁda und aśoka-Baum hier durch ihre Abwesenheit auf. Nein, die Haltung des Jina ist hier die gewöhnliche der Meditation und nicht die der Lehre (deśanā), wie es sein sollte.[4] Tatsächlich habe ich bisher kein samavasaraṇa gefunden, das alle oder auch nur annähernd alle in den Werken beschriebenen Details getreu wiedergibt.
Es ist bemerkenswert, dass, ähnlich wie Chaumukh oder Ashṭāpada, auch Tempel errichtet wurden, die samavasaraṇa gewidmet sind. Einer davon befindet sich auf Kumalgaḍh im Bundesstaat Udaipur, allerdings in einem etwas ruinösen Zustand. Er ist lokal als Golerā-Tempel bekannt, aufgrund der ihn umgebenden runden (Gol) Umfassungsmauer. Wie ein Chaumukh-Tempel hat er vier Türen.
Es handelte sich jedoch nicht um einen Chaumukh-, sondern um einen Samasavaraṇa-Tempel. Dies lässt sich zweifellos an den verschiedenen Götter- und Göttinnengruppen erkennen, die an den Ecken der Wände im oberen Bereich des Innenraums eingraviert sind. Nahe der Westtür des Schreins befindet sich eine umgestürzte Skulptur mit einer Inschrift. Sie ist auf das Jahr 1516 datiert und berichtet von einem gewissen Goiṁda, der den Sockel (parikara) von Yugādideva, d.h. Ṛishabhadeva, im (Tempel von) samavasaraṇa errichten ließ. Dies zeigt, dass das samavasaraṇa, d.h. die erste Predigt, dem ersten Tīrthaṁkara gehörte.[5] In Bezug auf die „verschiedenen Klassen der dargestellten Götter und Göttinnen“ habe ich mir die folgenden Notizen in mein Notizbuch gemacht, als ich[6] Kumalgaḍh besuchte.
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[1] Auszug aus JAINA ICONOGRAPHY, Vol. 10 Mai 1911 von D. R. BHANDARKAR, M.A.; POONA. (Aus dem archäologischen Untersuchungsbericht für 1905-06).
[2] D.h. Saṃvara [Teil 949-960].
[3] Saṃvara [Teil 949], Anmerkung 4.
[4] Diese Ansicht wird durch das Chaitya-vandana-bhāṣya bekräftigt, das wie folgt lautet.
[5] Prog. Rep. Archaeol. Surv. (Archaeological Survey Report) Ind., West. Circle, für 1908-1909, S. 40.
[6] Der Autor dieser Arbeit: D.R. Bhandarkar, M.A.; Poona.