Wissen ist die Wurzel jeder spirituellen Aktivität

    Alexander Zeugin

    Saṃvara [Teil 950] 

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    Weitere Einzelheiten zu SAMAVASARAṆA [21 von 33]

    Detaillierte Beschreibung des SAMAVASARAṆA,[1] aus der SAMAVASARAṆASTAVANA [2 von 14]

    (V. 1.) Für höchstes Wissen, höchste Wonne, höchste Frömmigkeit und höchsten Ruhm preisen wir den Tīrthaṁkara, der den Zustand eines Kēvalin erreicht hat, der die von den Indras der Götter geachtete Stellung erlangt hat und (folglich) ein Samavasaraṇa innehat.[2]

    (V. 2) Wo immer die Jinas den Zustand eines Kēvalin aufweisen, in dem sich alle Substanzen manifestieren, reinigen die Vāyu-Kumāras die Erde ringsum ein yojana.[3]

    Dasselbe wird durch den folgenden Vers aus Hemachandras Triṣaṣṭiśalākāpuruṣacaritra[4] ausgedrückt:

    Dann reinigten die Vāyu-Kumāras, die selbst von ihrem Stolz geläutert worden waren, den Samavasaraṇa Boden (im Ausmaß) eines yojana.

    (V. 3) Die Mēgha-Kumāras ließen duftendes Wasser regnen; [die Vyantaras], die Götter, die über die Jahreszeiten [herrschen], breiteten Berge von Blumen aus; und die Vāṇamantaras schmücken die Oberfläche der Erde mit Rubinen, Gold und Edelsteinen.[5]

    Daneben können die folgenden drei Verse aus Hemachandras Werk[6] gelesen werden:

    424. Die Mēgha-Kumāras bewässerten die Erde mit Schauern duftenden Wassers. Mit den duftenden Dämpfen [die daraus aufstiegen] [erschien die Erde], als würde sie dem kommenden Herrn Weihrauch darbringen.

    425. Die Vyantaras pflasterten durch Hingabe die Oberfläche der Erde, sozusagen selbst, mit Steinen, nämlich Gold, Rubinen und Edelsteinen.

    426. Und dort verstreuten sie duftende Blumen in fünf [verschiedenen] Farben mit dem Stiel nach unten, als ob sie der Oberfläche der Erde entsprossen wären.

    Hier wird deutlich, dass Hemachandra sowohl das Blumenstreuen als auch das Bodenpflastern den Vyantara zuschrieb, während der Autor des Samavasaraṇa-stavana nur Ersteres den Vyantaras zuschrieb und Letzteres den Vāṇamantaras anvertraute. Doch hier besteht eigentlich kein Widerspruch. Denn wie aus der diesem Dokument beigefügten Liste hervorgeht, gibt es zwei Klassen von Vyantaras: (1) diejenigen, die einfach Vyantaras genannt werden und (2) diejenigen, die Vāṇamantaras genannt werden. Hemachandra spricht lediglich von der Arbeit, die von der Vyantara-Klasse im Allgemeinen geleistet wird, und das Samavasaraṇa-stavana spezifiziert die Arbeit, die von jedem der beiden Vyantara-Orden geleistet wird.

    (V. 4.) Es gibt drei Wälle: den innersten, den mittleren und den äußersten. [Der erste] wurde von den Vaimānikas aus Edelsteinen mit Zinnen (kapiśīrṣa) aus Rubinen erbaut; [der zweite] von den Jyōtishkas aus Gold mit Zinnen aus Edelsteinen; [und der dritte] von den Bhavanapatis aus Silber mit Zinnen aus Gold. [7]

    Dieselbe und ausführlichere Beschreibung der Wälle findet sich in den folgenden Versen der Triṣaṣṭiśalākāpuruṣacaritra:[8]

    433. Dann errichteten die Vimānapatis den obersten Wall aus Edelsteinen [und sahen aus], als wäre er der weggerissene Gürtel von Ratnagiri (wörtlich: der Berg der Edelsteine).

    434. Und dort bestanden seine Zinnen (kapiśīrṣa) aus verschiedenen Rubinen, die mit ihren Strahlen den Himmel wie mit einem bunten Tuch schmückten.

    435. Dort, im Mittelteil, errichteten die Jyōtishpatīs einen Wall aus Goldstücken, die gleichsam der Glanz ihrer zu einem Klumpen zusammengerollten Körper waren.

    436. Und aus Edelsteinen machten sie dort die Zinnen, die den weiblichen Göttern und Dämonen wie Juwelenspiegel erschienen.

    437. Und außerhalb davon errichteten die Bhavanapatis DURCH HINGABE einen silbernen Wall, der wie der Berg Vaitāḍhya kreisförmig wurde.

    438. Darauf wurden ausgedehnte Zinnen (aus Gold) errichtet, die wie goldene Lotusblumen im Wasser des Himmelsbrunnens aussahen.

    439. Die Erde leuchtete mit diesen drei Wällen, als wäre sie mit DREI OHRRINGEN der Śrīs (personifizierte Schönheit) der Bhavanapatis, Jyōtiskas und Vaimānikas geschmückt.

    (V. 5.) Im runden Samavasaraṇa sind die Wälle 33 dhanuṣas und 32 aṅgulas breit, 500 dhanuṣas hoch und 1 krośa 600 dhanuṣas (beide Seiten gezählt) voneinander entfernt. Jeder Wall hat vier Tore aus Edelsteinen.[9]

    Der Kommentar zu diesem Vers ist wichtig, und seine Übersetzung wird sich als nützlich erweisen.[10] Ich gebe ihn hier wieder:

    „Ein Samavasaraṇa kann zweierlei Art haben: rund oder quadratisch. Im runden Samavasaraṇa ist jeder der drei Wälle 33 dhanusas und 32 aṅgulas breit. Der Abstand zwischen den drei Wällen beträgt, wenn man die Abstände auf beiden Seiten mitzählt, 1 krośa und 600 dhanuṣas. Die 10.000 äußeren Stufen sind nicht im yojana (der Ausdehnung des Samavasaraṇa) enthalten. Hinter dem ersten Wall folgt eine ebene Fläche von 50 dhanuṣas. Weiter folgen 5.000 Stufen; jede ist 1 hasta lang. Dividiert man (5.000) durch 4, erhält man 1.250 dhanuṣas (als Gesamtlänge der Stufen). Nach (Überquerung) des zweiten Walls gibt es 50 dhanuṣas ebenen Boden und 1.250 dhanuṣas (als Länge) von 5.000 Stufen. Dann kommt der dritte Wall und nach dem Durchqueren von 1.300 dhanuṣas die Mitte des Sockels.[11] Die drei Wälle sind jeweils 33 dhanuṣas, 1 hasta und 8 aṅgulas dick. Wenn wir alle dhanuṣas (wie oben erwähnt) addieren, erhalten wir 3.999. Wenn wir 32 aṅgulas verdreifachen, erhalten wir 96 aṅgulas = 1 dhanuṣ. Somit ergibt sich eine Zahl von 4.000 (Dhanuṣas). Betrachten wir nur eine Seite, erhalten wir somit 2 krośas. Auf der anderen Seite gibt es (ebenfalls) 2 krośas. Das yojana (der Raum) ist somit im Fall eines runden Samavasaraṇa berücksichtigt.“

    Soweit die Übersetzung. Um den Inhalt des Kommentars klar zu machen, ist eine kurze Erläuterung erforderlich. Vorab sei hier die folgende Tabelle gegeben:

    24 aṅgulas = 1 hasta

    4 hastas = 1 dhanuṣas

    2.000 dhanuṣas = 1 krośa

    4 krośas = 1 yojana

     

    Was der Kommentar aussagt, ist in der folgenden Tabelle klar wiedergegeben (…).[12]

     

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    [1] Auszug aus JAINA ICONOGRAPHY, Vol. 10 Mai 1911 von D. R. BHANDARKAR, M.A.; POONA. (Aus dem archäologischen Untersuchungsbericht für 1905-06).

    [2] Quelltext von (V.1.)

    [3] Quelltext von (V.2.)

    [4] Quelltext von Hemachandras Triṣaṣṭiśalākāpuruṣacaritra, der das Gleiche ausdrückt wie (V.2.)

    [5] Quelltext von (V.3.)

    [6] Quelltext von Hemachandras Triṣaṣṭiśalākāpuruṣacaritra, zu dem drei Verse nebeneinander gelesen werden müssen (V.3.)

    [7] Quelltext von (V.4.)

    [8] Die gleiche Beschreibung der Wälle (V.4.) in 7 Versen. Quelltext aus Hemachandras Triṣaṣṭiśalākāpuruṣacaritra.

    [9] Quelltext von (V.5.) mit Kommentar.

    [10] Siehe oben, Anmerkung 8.

    [11] Die meisten der im Kommentar angeführten Punkte werden in den folgenden Versen (V.7.) und (V.8.) erläutert.

    [12] Tabellarische Darstellung der drei Schutzwälle mit Massangaben.

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