Wissen ist die Wurzel jeder spirituellen Aktivität

    Alexander Zeugin

    Saṃvara [Teil 833]

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    ŚRĪ-KĀLAKĀCĀRYA-KATHĀNAKAM [9 of 10]

    Io ya duṭṭha-sīsā pabhāe āyariyam apecchamāṇā io tao gavesaṃtā gayā sejjāyara-samīvaṃ pucchio ya, jahā: sāvaya, kahiṃ guruṇo? teṇa bhaṇiyaṃ: tubbhe ceva jāṇaha, niya-guruṃ kim ahaṃ viyaṇāmi? Tehiṃ bhaṇiyaṃ: mā evaṃ karehi! Na tujjha akahiūṇa vaccaṃti. Tao sejjāyāreṇa bhiuḍi-bhāsuraṃ vayaṇaṃ kaūṇa bhaṇiyā: re re duṭṭha-sehā! Na kuṇaha gurūṇa āṇaṃ, coijjaṃtā vi na paḍivajjaha sāraṇā-vāraṇāīṇi; sāraṇāi-virahissa āyariyassa mahaṃto doso, jao bhaṇiyam āgame:

    jaha saraṇam uvagayāṇaṃ iīvāṇa nikiṃtae sire joo │

    evāṃ visāraṇiyāṇaṃ āyariō asārao gacche ││ 112 ││

    Dann gingen die ungehorsamen Jünger, die den Meister am Morgen nicht gesehen und überall gesucht hatten, zum Gastgeber und fragten ihn: 

    “Oh Laie! Wo ist der Lehrer?” 

    Er sagte: 

    “Dass ihr euch selbst kennt, wie sollte ich etwas über euren Lehrer wissen?” 

    Sie sagten: 

    “Tu nicht so, als wäre es so! Er wird nicht gehen, ohne es dir zu sagen.” 

    Dann sagte der Gastgeber mit zorniger Miene: 

    “Wehe! Wehe! Ihr schlechten Schüler! Ihr tut nicht das Wort eures Lehrers, obwohl ihr dazu aufgefordert werdet, noch gebt ihr ihm Gefolgschaft und Schutz(?). Aber groß ist der Schaden, wenn der Meister ohne Gefolgschaft ist; denn es heißt in den Schriften:

    'Wie die Verbindung von schutzsuchenden Wesen mit einem boshaften Kopf als Meister ist auch ein Orden von Nicht-Anhängern ohne Wert.' 112

    Jhāe vi lihaṃto na bhaddao, sāraṇā jahiṃ n’atthi: │

    daṃḍeṇa vi tādiṃto se bhaddao, sāraṇā jattha ││ 113 ││

    Auch wenn jemand mit der Zunge leckt, so wird er doch nicht gemocht, wo die Anhaftung fehlt; auch wenn jemand mit dem Stock schlägt, so wird er doch gemocht, wo Anhaftung vorhanden ist. 113

    Sāraṇā-m-āi-viuttaṃ gacchaṃ piya-guṇa-gaṇeṇa parihīṇaṃ │

    parivatta-nāya-vaggo vajjei ya sutta-vihiṇāo ││ 114 ││

    Ein Orden, der ohne Anhaftung usw. und frei von allen würdigen Tugenden ist, den meidet jeder nach Vorschrift der Sutras, auch wenn er alle Verwandten verlassen hat. 114

    Tubbhe ya duvviṇīyā āṇāe avaṭṭamāṇa tti kāūṇa pariccattā. Tā pāvāo! Saraha mama diṭṭhi-pahāu, aṇṇahā bhaṇissaha: na kahiyaṃ ti. Tao bhīyā sejjāyaraṃ khamāvittā bhaṇaṃti, avi ya:

    Daṃseha ekkavāraṃ amha gurū jeṇa: taṃ pasāeuṃ │¨

    āṇā-niddesa-parā jāvaj-jīvāē ceṭṭhāmo ││ 115 ││

    Aber euch Ungehorsame hat er im Stich gelassen, weil ihr seine Gebote nicht befolgt habt; darum, ihr Sünder, geht mir aus den Augen! Sonst würdet ihr sprechen: Nichts ist zu uns gesagt worden."

    Darauf beschwichtigten sie den bangen Gastgeber und sprachen:

    "Verkünde uns noch einmal, wo unser Lehrer ist; wenn wir uns mit ihm versöhnt haben, wollen wir unser ganzes Leben lang seine Gebote und Befehle befolgen. 115

    Kiṃ bahuṇā: sūrīṇaṃ saṃpai hiya’-icchiyaṃ karessāmo │

    tā kuṇasu dayaṃ, sāvaya! Sāhehi kahiṃ gayā guruṇo ││ 116 ││

    Kurz gesagt, wir wollen jetzt den Herzenswunsch des Weisen erfüllen; deshalb, oh Laie, sage uns, wohin der Lehrer (gegangen ist), habe Mitgefühl!” 116

    Tao sammam uvaṭṭhiya tti nāūṇa kahiyaṃ sab-bhāvaṃ pesiyā tattha. Gacchaṃtaṃ ca sāhu-vaṃdaṃ logo pucchai: ko eso vaccai? Te bhaṇaṃti: Kālayasūrī. Suyaṃ ca savaṇa-paraṃparāe Sāgaracaṃdasūriṇā piyāmahā-‘’gamaṇaṃ, pucchio ya Kālayasūrī: ajjaya! Mama piyāmaho samāgacchai? Teṇa bhaṇiyaṃ: amhehi vi samāyaṇṇiyaṃ. Tao aṇṇaṃmi diṇe tay-aṇumagga-laggaṃ pattaṃ sāhu-vaṃdaṃ abbhuṭṭhiyaṃ Sāgaracaṃdeṇa teṇa. tehiṃ bhaṇiyaṃ: uvavisaha tubbhe. Sāhuṇo ceva ee: guruṇo puṇa purao āgayā? Āyarieṇa bhaṇiyaṃ: na ko v’ itth’ āgao khaḍikkaram egaṃ muttūṇa. itth’ aṃtaraṃmi ya samāgayā viyāra-bhūmīo Kālagasūriṇo abbhuṭṭhiyā ya pāhuṇaga-sāhu-vaṃdeṇa Sāgaracaṃdeṇa bhaṇiyaṃ: kim eyaṃ? Ti. Sāhūhiṃ bhaṇiyaṃ: bhayavaṃto Kālayasūriṇo ee tti. Tao lajjieṇa abbhuṭṭhittā khāmiyā.[1]Bahuṃ ca jhūrium āḍhatto gurūhiṃ bhaṇio: mā saṃtappa! Na tujjha bhāva-doso, kiṃ tu pamāya-doso. Aṇṇayā vāluyāe patthayaṃ bharāvittā egattha puṃjāvio, puṇo vi bharāvio, puṇo vi puṃjāvio. Evaṃ ca bhari’-uvvireyaṇaṃ kuṇaṃtassa sesūhūo patthao. Tao pucchio gurūhiṃ, jahā: bujjhiyaṃ kiṃci? Teṇa bhaṇiyaṃ: ṇa kiṃ ci. Gurūhiṃ bhaṇiyaṃ: jah’ esa vāluyā-patthao paḍipunno, taha Suhammasāmissa paḍipunnaṃ suya-nāṇaṃ sāisayaṃ ca; tay-avikkhāe Jaṃbūsāmissa kiṃc’ ūṇaṃ appā-‘isayaṃ ca; tattoo vi Pabhavassa appataraṃ appatarā-‘isayaṃ ca, evaṃ ca chaṭṭhāṇa. gayā te vi bhayavaṃto suvvaṃti. Evaṃ ca kamaso hīyamāṇaṃ jāva maha sayāsāo tuha guruṇo aihīnaṃ, tassa vi sayāsāo tuha hīṇataraṃ. Kiṃ ca: pāeṇa paṇaṭṭhā-‘isayaṃ appaṃ ca dūsamā-‘ṇubhāvāo suyam. Tā mā evaṃviheṇa vi sueṇa gavvam uvvahasu. Bhaṇiyaṃ ca:

    Ā savvaṇṇumayāo taratama-jogeṇa hoṃti mai-vibhavā │

    Mā vahau koi gavvam: aham ekko paṃḍio ettha ││ 117 ││

    Als dieser erkannte, dass sie gebührend gestimmt waren, sagte er ihnen die Wahrheit und schickte sie dorthin. Die Leute fragten jedoch die wandernde Schar der Mönche:

    „Wer geht dorthin?“

    Sie sagten:

    „Der Kālakācārya.“

    Und durch die Verbreitung des Gerüchts erfuhr Sāgaracandra von der Ankunft seines (spirituellen) Großvaters. Und er fragte den Kālakācārya:

    „Herr! Kommt mein Großvater?“

    Dieser sagte:

    „Ich habe es auch gehört.“

    An einem anderen Tag kam die Schar der Mönche, indem sie dort entlanggingen. Sāgaracandra stand auf. Sie sagten:

    „Setzt euch und auch der Rest der Mönche. Aber ist unser Lehrer schon angekommen?“ Der Meister sagte: „Nur ein Disputant ist angekommen.“

    Inzwischen kam Kālakācārya, nachdem er sich erleichtert hatte, dorthin, und die Schar der gerade angekommenen Mönche stand auf. Da sagte Sāgaracandra:

    „Wofür ist das?“

    Die Mönche sagten:

    „Da ist Kālakācārya.“

    Da stand er beschämt auf und bat um Vergebung. Und als er viele Entschuldigungen vorbrachte, sagte der Lehrer:

    „Sei nicht betrübt, es ist kein Vergehen, das aus deinem Charakter, sondern aus deiner SELBSTÜBERHEBLICHKEIT entstanden ist.“

    Ein anderes Mal ließ er ein Maß mit Sand füllen und irgendwo aufschütten, dann wieder füllen und wieder aufschütten. Wenn man so füllte und ausschüttete, dann wurde das Maß kleiner. Da fragte der Lehrer:

    „Fällt dir etwas auf?“

    Er sagte: „Nein.“

    Der Lehrer sprach: 

    “So wie dieses Maß an Sand voll war, so war auch Sudharmans Wissen voll und von hervorragender Qualität; damit verglichen war das (Wissen) von Jambūsvāmin etwas geringer und von noch geringerer Qualität, dann das von Prabhava noch geringer und von noch geringerer Qualität, und so weiter mit den sechs (Śrutakevalins).[2] Und die Ehrwürdigen sind sicher abgefahren. Und auf diese Weise wurde das Wissen immer geringer, bis dein Lehrer es von mir als ein sehr geringes und du als ein noch geringeres von diesem erhieltst. Außerdem: das Wissen, dessen Vorzüglichkeit durch die Wirkung der Dussamā allmählich verblasst und vermindert ist: mit einem solchen Wissen soll man sich nicht brüsten. Und wie das Wort lautet: 

    “Bis zur Allwissenheit nehmen die Grade des Wissens allmählich zu. Niemand sollte sich rühmen: Ich bin der einzige Weise hier!”

    Iya accheraya-cario gāmā-‘’gara-nagara-maṃḍiyaṃ vasuhaṃ │

    Āṇā-vaḳiccha-bahu-sissa-parivuḍo viharaī bhayavaṃ ││ 118 ││

    Auf diese Weise durchquerte der Ehrwürdige mit bewundernswertem Verhalten die mit Dörfern, Flecken und Städten geschmückte Erde, umgeben von vielen, seinen Orden ausführenden Jüngern. 118 

    Aha annayā suriṃdo bhāsura-buṃdī-palaṃba-vaṇamālo │

    Hār-‘addhahāra-tisaraya-pālaṃb’-ucchaiya-vaccha-yalo ││ 119 ││

    Vara-kaḍaya-tuḍiya-thaṃbiya-bhuyā-juo kuṃḍal-‘ullihiya-gaṃḍo │

    Vara-maṇi-rayaṇa-kar-‘ukkaḍa-kirīḍa-rehaṃta-sira-bhāgo ││ 120 ││

    Kiṃ bahuṇā: siṃgāriya-sayal’-aṃgo vimala-vattha-parihāṇo │

    Sohamma-sura-sahāe tiṇhaṃ parisāṇa majjhaṃmi ││ 121 ││

    Sattaṇhaṃ aṇiyāṇaṃ aṇiyā-‘hivāīṇa tahay a sattaṇhaṃ │

    Tāvattīsaya-aṃgā-‘bhirakkha-sāmāṇiya-surāṇaṃ ││ 122 ││

    Sohamma-nivāsīṇaṃ annesi vi logapāla-m-āīṇaṃ │

    Sura-devīṇaṃ majjhe Sakko sīhāsaṇa-varaṃmi ││ 123 ││

    Uvaviṭṭho lalamāṇo variṭṭha-tiyasā-‘hivatta-riddhīe │

    Āloiya-loy’-addhaṃ viuleṇa ohi-nāṇeṇaṃ ││ 124 ││

    Einst saß der König der Götter - mit langen Girlanden am glänzenden Körper, mit breiter Brust, die mit verschiedenen Perlenschnüren und Halsketten bedeckt war, dessen Armpaar gleichsam steif von prächtigen Armreifen und Armspangen war, und auf dessen Wangen Ohrringe spielten, dessen Haupt von der Tiara glänzte, die von den Strahlen ausgezeichneter Juwelen glühte; kurz, am ganzen Körper gut geschmückt,[3] mit reinen Gewändern und Kleidern bekleidet, inmitten der Versammlung der Götter von Saudharma, den drei Begleitern, dem siebenfachen Heer[4] und den sieben Heerführern, den 33 Göttern, den Leibwächtern, den Göttern gleich (in der Herrlichkeit von Indra), den anderen Göttern und Göttinnen, die in Saudharma wohnen, z.B. der Weltenbewahrer - Śakra saß im Glanz der Souveränität über die ausgezeichnetsten Götter und inspizierte die Hälfte der Welt kraft seiner mächtigen Gabe der Wahrnehmung. 119-124

     

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    [1] Der Kommentator und deutsche Übersetzer Hermann Jacobi bemerkt hier: khāḍiyā? MS.

    [2] Für Einzelheiten:

    1. Śruta-kevali Prabhava Swāmī, siehe Saṃvara [Teil 678-679];

    2. Śruta-kevali Ācārya Śayyambhava-Sūri, siehe Saṃvara [Teil 680];

    3. Śruta-kevali Śrīmān Yaśobhadra Swāmī, siehe Saṃvara [Teil 681];

    4. Śruta-kevali Ārya Śrī Sambhūti Vijaya Sūri, siehe Saṃvara [Teil 682];

    5. Śruta-kevali Ārya Śrīmān Bhadra-Bāhu Swāmī, siehe Saṃvara [Teil 683-684];

    6. Śrīmān Sthūla-Bhadra Swāmī, siehe Saṃvara [Teil 685-688].

    [3] Für die Bedeutung und Interpretation dieser Verzierungen siehe Saṃvara [Teil 721] einschließlich der Anmerkungen.

    [4] Vgl. Saṃvara [Teil 502] Anmerkung 4.

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