Wissen ist die Wurzel jeder spirituellen Aktivität

    Alexander Zeugin

    Saṃvara [Teil 811]

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    BHARAHESARA NĪ SAJJHĀY (Bharatas Essenz in der Unterweisung);[1]

    Nr. 11 [28] Rājīmatī (Rāimaī) der 46 tugendhaften Frauen von den 99 genannten tugendhaften Menschen 

    (53 tugendhafte Männer und 46 tugendhafte Frauen)

    Vers 9

    ŚRĪ NEMINĀTHACARITRA [274 von 275]

    NEMINĀTHAS NEUNTE INKARNATION [144 von 144]

    BALADEVAS AUFFAHRT IN DEN HIMMEL, BEFREIUNG VON NEMI UND DEN PĀṆḌAVAS [4 von 5]

    BEFREIUNG VON NEMINĀTHA

    Und nun, nachdem der Höchste Herr in Madhyadeśa usw. umhergewandert war, wanderte der Herr in den Städten Rājapura usw. im Norden. Er ging zum Berg Hrīmat und erleuchtete, während er in vielen mleccha-Ländern umherwanderte, Könige, Minister usw. Nachdem er unter Ariern (āryas) und Nicht-Ariern (anāryas) umhergewandert war, ging der Herr wieder nach Hrīmat.[2] Dann wanderte er in den Kirāta-Ländern[3] umher und zerstörte die Täuschung aller Menschen. Nachdem er vom Berg Hrīmat herabgestiegen war, wanderte er durch den Deccan und erweckte wie die Sonne viele Bhavya[4]-Lotusblumen.

    Seit seiner Allwissenheit gab es auf seinen Wanderungen achtzehntausend edle Asketen, vierzigtausend intelligente weibliche Asketen, vierhundert, die die vierzehn Pūrvas kannten, fünfzehnhundert, die hellsichtig waren, ebenso viele, die die Kunst der Transformation beherrschten, und ebenso viele Allwissende, eintausend Sadhus mit Gedankenlesekenntnissen, achthundert Asketen mit der Kunst der Disputation, ein Lakh und neunundsechzigtausend Laien, drei Lakh (1 lakh = 100’000) und neununddreißigtausend Laien (in seinem Gefolge).

    In Begleitung eines solchen Gefolges, begleitet von Göttern, Asuras und Königen, ging der Herr nach Raivataka, da er wusste, dass die Zeit seiner Emanzipation gekommen war. Dort hielt der Meister in einem von den Indras durchgeführten samavasaraṇa seine letzte Predigt mit dem Wunsch, allen zu nützen. Durch diese Predigt erleuchtet, wurden einige dort Bettelmönche, einige nahmen den Laienstand an und andere neigten sich dem rechten Glauben zu. Dann begann der Herr mit fünfhundertsechsunddreißig Sadhus ein einmonatiges pādapopagama-Fasten.[5] Am achten der weißen Hälfte von Śuci (Āṣāḍha), (der Mond befindet sich) abends in Tvāṣṭra, und Nemi, die in śaileśī-Meditation[6] vertieft war, erlangte zusammen mit den Muṇis die Emanzipation.

    Die Prinzen Pradyuman, Śāmba und andere erlangten ebenfalls die Emanzipation; und Kṛṣṇas acht Königinnen und die Brüder des Erhabenen. Viele andere Sadhus und andere Sadhvis, Rajmati und so weiter gingen in das Reich, aus dem es keine Rückkehr gibt. Vierhundert Jahre als Hausherr, ein Jahr als gewöhnlicher Sadhu, fünfhundert Jahre als Allwissender – das war das Leben von Rathanemi. So war auch Rajmatis Lebenswandel, reich an Buße, aufgeteilt in Jungfräulichkeit, gewöhnliche Askese und Allwissenheit. Śivā und Samudravijaya gingen in den Himmel. Mahendra und die anderen Daśārhas wurden großartige Götter.

    Śivās Sohn hatte ein tausendjähriges Leben – dreihundert Jahre als Prinz, siebenhundert Jahre als gewöhnlicher Asket und Allwissender. Śrī Nemis Befreiung fand statt, als seit Śrī Nami Jinas Nirvana fünfhunderttausend Jahre vergangen waren.

    Auf Śakras Befehl schuf Vaiśravaṇa die Bahre des Herrn und Śakra selbst legte den Leichnam darauf, nachdem er ihn gebührend verehrt hatte. Die Götter errichteten im Südwesten auf einer Oberfläche aus juwelenbesetzten Platten den Scheiterhaufen aus Gośīrṣa-Sandalholz usw. als Brennmaterial.

    Purandara hob die Bahre des Meisters hoch, brachte sie dorthin und warf den Leichnam von Śrī Nemi Svāmin auf den Scheiterhaufen.

    Auf Śakras Befehl zündeten die Agnikumāras den Scheiterhaufen an und die Vāyukumāras ließen ihn schnell lodern. Die Abdas[7] löschten das Feuer zur rechten Zeit mit Wasser aus dem Milchozean; und die Indras, Śakra, Īśāna und andere nahmen die Zähne des Herrn. Die anderen Götter nahmen die restlichen Knochen, die Göttinnen die Blumen, die Könige die Gewänder und das Volk die Asche von Nemi. Indra ritzte mit seinem Donnerkeil die Zeichen und den Namen des Meisters in die Einäscherungsplatte des Meisters aus Vaidūrya ein. Maghavan errichtete auf der Platte einen reinen, erhabenen Schrein, versehen mit einer Statue von Śrī Neminātha. Danach gingen die Götter, Śakra und die anderen an ihre jeweiligen Plätze.

     

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    [1] Vgl. Saṃvara [Teil 732]

    [2] Sanskrit: hrīmat = schamhaft, bescheiden, beschämt, verschämt; Name eines Wesens, das zu den viśve-devāḥ gezählt wird.

    Interpretation: Den Berg Hrīmat besteigen bedeutet die Scham zu überwinden auch durch die Mühseligkeit der Nacktheit. Die drei vedas (sexuellen Neigungen, männliche, weibliche oder beide) weder in Gedanken an vergangene Vergnügungen und ohne noch welche zu wünschen, gelten als überwunden, sobald kein sexuelles Verlangen mehr vorhanden ist. Siehe dazu die Definition von tīrtha Saṃvara [Teil 299], Anmerkung 6, KLASSIFIZIERUNG VON TĪRTHA, Punkt 3.

    [3] Die kirātas sind aufgezählt unter den mleccas als jene, die spirituellen Riten abgeneigt sind., s. Saṃvara [Teil 721] Anmerkung 35.

    [4] Fachbegriff:

    bhāvya = zur Erlösung fähige Seelen. Den Zustand einer solchen Seele erhält man, nachdem der letzte Partikel der vier kaṣāyas abgestreift worden ist, und nicht vorher. Dieser Zustand ist so unterschiedlich wie die Sicht vom Ufer des Ozeans aus auf ein Schiff mit jener Sicht die man vom Schiff zum Land hat. Für weitere Eigenschaften, die zu einer bhāvya Seele gehören, s. Saṃvara [Teil 3427] Anmerkung 5. Ein Hilfsmittel um diesen Zustand zu erreichen ist die Selbstinspektion über 3 Monate um herauszufinden auf welcher der vier Intensitätsstufen der vier kaṣāyas (Zorn, Stolz, Intrige, Gier) man sich befindet und erkennt, dass man sich in Richtung Perfektion verbessern kann..

    [5] Vgl. Saṃvara [Teil 486] Anmerkung 1 und 2.

    [6] Siehe Saṃvara [Teil 240] Anmerkung 7 Pkt. 4d.

    [7] Meghakumāras. Meghakumāra war geboren aus Lust und war am Schluss wie ein Lotus in einem schmutzigen Teich, die frei von Schmutz ist. Er musste jedoch durch alle Geburts-nuklei transmigrieren, bis er am Schluss als Sohn eines Kaufmanns geboren wurde und Erlösung erlangte. S. Jñātādharmakatāṅga Sūtra, Teil-1, Kapitel 1. 

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