SAṂVARA

    Alexander Zeugin

    Saṃvara [Teil 67]

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    DRITTES KAPITEL: STEHLEN [14]

     

    FÜR DIEBE VERLIEHENE STRAFE [2]

    74. Ihre Glieder werden gequält da sie irgendeinen der achtzehn Arten von Diebstahl begehen. Die Diebe sind somit von achtzehn Arten. Ihr Zustand ist äusserst bemitleidenswert. Ihre Lippen, Kehlen, Zungen und Gaumen wurden ausgetrocknet. Sie verlieren Hoffnung auf Überleben. Sie betteln Wasser, da sie sich äusserst durstig fühlen, aber sie erhalten kein Wasser. Die Beamten ziehen sie und stossen sie in Gefängnis. Sehr schroffen Klang erzeugende Trommeln werden geschlagen. Sie werden durch die Beamte zum Ort des Hängens gestossen. Sie werden von den Staatsbeamten und dem Henker straff gehalten in einem Zustand von äusserstem Zorn, um sie am Galgen zu hängen. Sie werden brutal verflucht. Die Personen, denen Todesstrafe verliehen worden ist, haben zwei besondere Kleider zu tragen. Sie werden gemacht die Girlande von kaner Blumen von roter Farbe zu tragen. Es erscheint wie Wächter des Todes. Es zeigt an, dass der besagte Verbrecher bald gehängt zu gehen hat. Sie schwitzen wegen der Angst vor Tod. Ihre Glieder werden feucht und dreckig wegen Schwitzen. Kohlen-ähnliches schwarzes Pulver wird an ihren Körper gekleistert. Ihre Haare sind staubig und trocken wegen an ihnen klebender fliegender Staub. Sie bewegen sich in einer zickzack Art und Weise in einem äusserst verängstigten Zustand. Sie fühlen sich schwindlig. Sie sind verängstigt vom Henker.

    Ihr Körper wird zu winzigen Stücken wie Sesam Samen vermindert. Sie werden gemacht kleine Blut befleckten Stücke ihres eigenen Fleisches zu essen. Sie werden mit spitzigen Steinen geschlagen, welche hart und rauh sind. Dort versammelt sich eine Menschenmenge von Männern und Frauen um diese furchterregende Szene zu sehen. Die Bürger sehen sie in diesem Zustand. Dann werden sie gekleidet mit dem für die Gefangenen zugedachten Bekleidung, denen Todesstrafe verliehen worden ist. Sie werden durch die Stadt ausgeführt. Zu diesen Zeiten werden jene Diebe in einem sehr elenden Zustand gesehen. Sie sind ohne irgendeinen Schutz oder irgendeiner Zuflucht. Sie sind Waisen. Die Verwandten, Familienmitglieder legen sie ab. Sie schauen in einem mitleiderregenden Zustand herum (so, dass irgendeiner ihnen helfen möge). Sie fühlen sich ausserordentlich bestürzt wegen der Angst vor Tod. Später werden sie zum Galgenboden gebracht und am Galgen gehängt. So werden ihre Seelen von ihren Körpern getrennt.[1]

     

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    [1] Genaue Ausführung: In alten Zeiten wurde Stehlen als ein äusserst gravierendes Verbrechen erachtet. Diese Beschreibung zeigt an, wie fürchterlich die solchen Verbrechern verliehene Strafe war.

    Stelle die fürchterliche Szene vor, wenn ein Dieb den für Verbrecher um gehängt zu werden zugedachter Anzug tragend in der Stadt herumbewegt wird und sein Körper gequält zu werden ist. Seine Glieder werden geschnitten und er wird gemacht sein eigenes Fleisch zu essen. Stelle die versammelte Menschenmenge vor, um solche eine fürchterliche Szene zu sehen. Stelle den mentalen Zustand von solch einem unglücklichen Dieb zu dieser Zeit vor. Einer fühlt sich vom Blitz geschlagen, wenn einer nur die dem Dieb verliehene fürchterliche Strafe vorstellt.

    In den hier zitierten Versen sind achtzehn Arten von Dieben oder Modi für Diebstahl zu begehen erwähnt worden. Sie sind wie folgt:

    1. Warum bist du dich verängstigt fühlend? Ich werde nicht irgendeinem erlauben dich zu beunruhigen. Um einen Dieb auf diese Weise zu ermutigen.
    2. Sich über Gesundheit und Wohlergehen eines Diebs zu erkundigen, wenn er sich trifft.
    3. Zum Dieb mit Hand hinzuweisen und dergleichen um Diebstahl zu begehen.
    4. Nicht Staatssteuer zu zahlen oder weniger als geschuldet zu zahlen.
    5. Ruhig zu bleiben selbst nach einen Dieb Diebstahl begehend zu sehen.
    6. Andere Richtung an den Personen in Suche nach Dieben zu sagen.
    7. Bett für den Dieb zu liefern.
    8. Fussspuren von Dieben zu verwischen.
    9. Deinen Dieb im Haus zu verbergen oder ihm zu erlauben, hier Rast zu nehmen.
    10. Achtung einem Dieb zu geben durch ihn zu grüssen.
    11. Einen Dieb zu grüssen und ihm einen Sitz zu liefern.
    12. Einen Dieb unterirdisch zu bewahren.
    13. Einem Dieb Süssigkeiten mit Zuneigung anzubieten.
    14. Notwendige Dinge heimlich einem Dieb zu senden oder ihn anzusprechen mit Worten der Ehre. (wie ‚Mahārāja‘ oder verehrter Herr).
    15. Dem Dieb heisses Wasser und Öl anzubieten, um Müdigkeit zu entfernen.
    16. Dem Dieb um Nahrung zu kochen Feuer zu liefern.
    17. Dem Dieb für zu trinken kaltes Wasser zu liefern.
    18. Dem Dieb für Diebstahl Seil zu liefern oder um das gestohlene Vieh, das er gebracht hat, anzubinden.

    Diese achtzehn Fehler sind die Ursachen für Wachstum von Diebstahl Handlungen. Die Person, die sich wissentlich in solchen Taten beschäftigt, sammelt die gleiche Sünde wie die des Diebstahls.

    Sieben Arten von Personen werden Diebe genannt, nämlich: 

    (1) einer, der selbst Diebstahl begeht, 

    (2) einer, der den begangenen Diebstahl erhält, 

    (3) einer, der andern rät Diebstahl zu begehen: wie, wann und in welcher Art und Weise er begangen werden sollte, 

    (4) einer, der solche Dinge lehrt, 

    (5) einer, der gestohlene Waren zu niedrigem Preis kauft, 

    (6) einer, der Nahrungsmittel an Diebe liefert: einer, der Nahrungsgegenstände für Diebe zu ihrer geheimen Zuflucht im Wald sendet, 

    (7) einer, der dem Dieb Zuflucht um sich zu verstecken anbietet.

    Es wird von den Moralisten gesagt, dass nicht nur die Diebstahl begehende Person ein Dieb genannt wird, alle die oben genannten sieben Arten von Personen sind Diebe.

    Interpretation

    Der Wald um Rājagṛha wird als 18 Joyanas dicht beschrieben und beherbergt 500 Räuber. Die 18 yojanas werden als Metapher für die achtzehn Fehler verstanden, nämlich:

    (1) Pranatipat (Schädigung oder Zerstörung von Leben),

    (2) Mrishavad (Unwahrheit),

    (3) Adattadan (Nehmen ohne gegeben zu werden; Akt des Stehlens),

    (4) Maithun (Genuss von sexuellen Aktivitäten) und

    (5) Parigraha (Akt des Besitzes von Dingen). Außerdem

    (6) Krodh (Wut),

    (7) Maan (Einbildung),

    (8) Maya (Täuschung),

    (9) Lobha (Gier),

    (10) Raag (Anhaftung inspiriert von Liebe, Betrug und Gier),

    (11) Dvesh (Abneigung, inspiriert von unterdrückter Wut und Einbildung),

    (12) Kalah (Streit),

    (13) Abhyakhyan (falsch beschuldigen),,

    (14) Paishunya (jemanden beschuldigen),

    (15) Paraparivad (Verleumdung),

    (16) Rati-arati (Neigung zur Disziplinlosigkeit und gegen Disziplin),

    (17) Mayamrisha (verraten oder täuschend lügen), bis zu

    (18) Es gibt auch mithyadarshan shalya (der Dorn des falschen Glaubens oder der Ungerechtigkeit).

    Für die Definition der 18 Fehler und der 82 Ergebnisse, die zu den 82 pāpahetus (unglücksverheissenden Beweggründen) führen, s. Anhang II [41 von 78] GRÜNDUNGSURKUNDE der KEVALAJÑĀNAVINAYATĀPASYA-SAṄGHA : OM-ARHAM.); Vgl. auch dazu die folgende Liste von 18 Fehlern:

    (1) Hindernisse beim Geben,

    (2) Hindernisse beim Empfangen,

    (3) Hindernisse für Stärke (Ausdauer, Willensstärke),

    (4) Hindernisse beim Genuss von einmal benutzten Gegenständen,

    (5) Hindernisse beim Genuss von wiederholt benutzten Gegenständen,

    (6) Lachen,

    (7) Zuneigung (für Gegenstände),

    (8) Abneigung (gegen Gegenstände),

    (9) Angst,

    (10) Ekel,

    (11) Trauer,

    (12) sexuelle Liebe,

    (13) Irrglaube,

    (14) Unwissenheit,

    (15) Schlaf,

    (16) Mangelnde Selbstbeherrschung,

    (17) Liebe,

    (18) Hass

    (Abhidhānacintāmaṇi, Bhav. Ed. 1. 72-73 und Komm.: Die achtzehn Fehler. 

    Wahrnehmend, dass die Aṅgas von denen studiert werden müssen, die dīkṣā angenommen haben, beginnend mit dem Ācāraṅga Sūtra,. Er hat dem Stehlen bereits abgeschworen und beschäftigt sich nur noch mit der spirituellen Bedeutung. Diese Räuber sind im tieferen Sinne diejenigen, die einem dieser achtzehn Fehler verfallen. Die 500 Räuber gehören zu achtzehn Unterteilungen mit ihren Unterarten. Dem Anwärter bleibt nur, auf sie zu achten. Es sind diese achtzehn Fehler, die den Eintritt in Rājagṛha verhindern.

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